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Ostschweizer BergForum

8. Ostschweizer BergForum 2019

Ein äusserst lebendiges und inhaltlich wertvolles 8. BergForum im „Säntis – das Hotel“ auf der Schwägalp.

Thema: Tourismus – wann ist viel zu viel?

Wie ist es nun mit dem zu viel des Tourismus? Keine einfache Frage und wohl gibt es auch keine einfachen Antworten. Die Organisatoren machten es sich mit dem diesjährigen Thema nicht einfach, aber der Mut wurde belohnt. Dank den Teilnehmern der Diskussionsrunde sowie allen voran dem Hauptreferat von Stefan Schulthess, Direktor der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees lohnte sich jede Minute, welche die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen BergForums auf der Schwägalp weilten.

Luzern und Region eine touristische Erfolgsgeschichte
Stefan Schulthess erläuterte einleitend einige Gründe, wieso die Tourismus Destination Luzern – Vierwaldstättersee wohl bei den Gästen so beliebt ist und dass die Region dank der Natur, den Seen und Bergen sowie den kurzen Distanzen von Stadt, See und Ausflugsberge gepaart mit starken Marken wie Luzern, Pilatus, Titlis und Rigi einige unschlagbare Verkaufsargumente besitzt. Ergänzt mit einer langjährigen guten Zusammenarbeit der ganzen Destination wuchs das Ganze zu einer grossen touristischen Erfolgsgeschichte.

Stefan Schulthess, Direktor SGV

Die Frage bezüglich eins Problems mit Massentourismus in Luzern lässt sich dann aber nicht so einfach beantworten. Gemäss den Medienberichten scheint die Stadt effektiv ein Problem zu haben. Klare Zahlen fehlen aber und deshalb ist es sehr oft eine persönliche Wahrnehmung über das zu viel von Tourismus. Auch für Schulthess ist aber klar, ein erfolgreicher Tourismus hat wie jede Branche gewisse Nebenwirkungen und so hat jeder erfolgreiche Tourismusort sogenannte Hot Spots mit einer «zu» hohen Dichte an Besuchern.

Keine einfachen Lösungen, auf komplizierte Probleme
Objektiv mag das Problem in Luzern kleiner sein, als die selektive Berichterstattung darstellt, trotzdem ist das subjektive Empfinden der Bevölkerung wichtig. Entsprechend sind sich die Tourismusakteure in und um Luzern auch der Verantwortung des Wachstums bewusst. Bevor die Politik aber vorschnell mit Einschränkungen, Zöllen und anderen Massnahmen die Gäste vom Besuch abhalten will, muss klar sein, was die Stadt sein will, welcher Tourismus passend ist und dann entsprechend planen und handeln. Das Ziel muss sein, dass die Bevölkerung wieder eine verbesserte gefühlte Zufriedenheit spürt und gleichzeitig aber auch Verständnis für die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus aufbringt und so eine gewisse Toleranz zeigt, fasst Schulthess seine Ausführungen zusammen.

Berghütten nicht generell überlaufen
Im zweiten Teil des Forums vertiefte der BergForum Moderator Sepp Odermatt mit den Teilnehmern der Diskussionsrunde die Situation und Herausforderungen der erfolgreichen Berghütten und Ausflugsbergen der Ostschweiz. Dabei waren sich die Diskussionsteilnehmer einig, dass die Akteure am Berg, analog zu den Leistungsträgern in der Stadt Luzern, zusammen Lösungen für eine gute Verteilung der Gästeströme erarbeiten müssen. Auch in den Bergen kommt das zu viel an Touristen zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten vor.

Teilnehmer Diskussionsrunde 8. BergForum

Josef Schmid, VRP der Luftseilbahn Ebenalp stellte klar, dass der grösste Treiber nachwievor das Wetter ist. So kann das Gefühl nach zu viel an Gästen an schönen Sonntagen durchaus entstehen, doch an Wochentage und Randzeiten spürt man dann wenig von diesem sogenannten Massentourismus. Norbert Hörburger, stv. Leiter Forschung und Dienstleistung am ITF ergänzte, dass es wenig Sinn macht, generell über Massentourismus und Einschränkungen zu sprechen, viel eher gilt es mit allen Akteuren und Betroffenen nach Lösungen und Verbesserungen in der Besucherlenkung, der Gästeinformation sowie der Angebotsgestaltung zu suchen. Heinz Frei vom Schweizer Alpenclub ergänzt, dass der SAC sehr gute Erfahrungen mit Online Buchungssystemen und spezifischen Angeboten für bestimmte Gästegruppen machte. Zusammenfassend sind sich die Teilnehmer einig, die Wertschätzung gegenüber den Gästen und auch der Bevölkerung muss stimmen und somit gilt es für die Akteure vor Ort gemeinsam die Verantwortung zu übernehmen.

Für die Begrüssung des 8. Ostschweizer Bergforums konnten die Organisationen die Thurgauer Regierungsrätin Monika Knill gewinnen. Als aktive Skifahrerin und Berggängerin holte Sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer sympatischen und frischen Begrüssungsrede glückte der Start ins BergForum perfekt.

Präsentation Stefan Schulthess, Direktor SGV: Referat_Tourismus wann ist viel zu viel_Beispiel Luzern (03.04.2019)

Flyer 2019: OSVS_Flyer_BergForum19

Neben den Referaten und Diskussionen genossen die Teilnehmerinnen und Teilnehmern die ausgezeichnete Küche vom „Säntis – das Hotel“ und pflegten bestehende und neue Kontakte.

Impressionen des 8. Ostschweizer BergForums 2019 (Bilder: ©Bruno Landolt, OSVS)

           

 

Idee des Ostschweizer BergForum

Mit dem Ostschweizer Bergforum setzt sich der OSVS das Ziel, eine wichtige Plattform für den aktiven Austausch unter den touristischen Leistungsträgern, den Destinations-organisa­tionen sowie den Behörden zu initiieren.